Rezension "Totensonntag"

von Metalglory

Cumulo Nimbus ist nicht nur eine Wolkengattung, sondern eine Mittelalter Band, die nach ein paar Eigenproduktionen nun mit einem Label Produkt an die Tür geklopft hat. Renaissance Metal nennen sie ihren Stil und meinen das durchaus zweideutig. Zum einen bezieht sich diese Bezeichnung auf ihren polyphonen Kompositionsstil in Anlehnung an besagte Epoche und den Einsatz historischer Instrumente. Zum anderen beziehen sie sich aber auch auf den klassischen Metal der Achtziger, der in ihrer Musik eine Renaissance erleben soll. Gut gesprochen und clever gewählt, wie ich finde. Aufgrund des markanten Riffings ist „Totensonntag“ durchaus für Fans des klassischen Metals interessant. Damit hebt sich das Album schon mal über eine ausschließliche Empfehlung für Genre Fans und über die Fünf-Punkte-Marke. Der theatralische Gesang von Mathis Mandjolin ist etwas gewöhnungsbedürftig. Doch das mit der Gewöhnung geht recht schnell. Insbesondere wenn Blockflötistin Carolynn die Tröte aus der Hand legt und die Stimmbänder vibrieren lässt. Die Einsatz einer männlichen und einer weiblichen Stimme wird geschickt integriert. Der Mann behält aber insgesamt sehr deutlich die Hosen an. Die Songs können mich nicht alle begeistern. Doch der schmissige Titeltrack, das balladeske „Blutrote Segel“ und das schleppende „Stadt unter Wasser“ sind sehr gelungene Werke, die man prima zu heißem Schweinefleisch und warmem Honigbier genießen kann. Beim Video zu "Aderlass" kann man sich zudem noch davon überzeugen, wie die Band live so rüberkommt. Die zweite Reihe der Mittelalter Rocker dümpelt derzeit ein wenig hinter den Szenegrößen Subway To Sally, In Extremo und Schandmaul vor sich hin. Cumulo Nimbus könnten da für etwas Bewegung sorgen und Schelmish, Saltatio Mortis, Faun, Cultus Ferrox und Konsorten aufmischen.

Christian