Rezension "Totensonntag"

von www.musikreviews.de

Mit dem Album „Totensonntag“ werfen die bayerischen Renaissance-Metaller CUMULO NIMBUS ihr nun 3. Studio-Album, auf den Markt. Nachdem sie ihre ersten beiden Alben noch im Eigenvertrieb verkauften, sind CUMULO NIMBUS inzwischen bei Black Bards gelandet. Auf dem aktuellen Album „Totensonntag“ widmen sich die 6 Spielleute thematisch vorwiegend dem Thema Tot und Sterben, das ganze musikalisch untermalt mit typischen Renaissance-Instrumenten wie Blockflöten, Violine und Laute, gepaart mit E-Gitarren und Bass. So schafft das Intro „Dämmerung“ auch direkt einen düsteren Einstieg in das Album. Hierzu bedient man sich der Klänge einer Kirchenorgel, welche eine kurze Passage aus Johann Sebastian Bachs BWV 1001 (Bach-Werke-Verzeichnis Anm.) intoniert. Leider wird diese sehr düstere und stimmige Atmosphäre schon mit Beginn des Openers „Carpe Noctem“ unterbrochen, welches eher eine Samstag-Abend-Partystimmung hervorruft. Mit einer eingängigen, sich wiederholenden Melodie bietet es dann auch nicht wirklich etwas gänzlich Neues. Einzig das Zusammenspiel zwischen Blockflöten und E-Gitarre verleiht dem Titel etwas ansatzweise Interessantes. „Carpe Noctem“ wird anschließend von einem starken Gitarrenriff abgelöst, dem Einstieg zum Titel Knochenmann. Der gekonnte Einstieg verflüchtigt sich jedoch sehr schnell in ein sehr abgehacktes, chaotisches Stückchen Musik das ein wenig nach einem geloopten 3Minuten-Gitarrenriff mit Gesang klingt. Der nun folgende Song „Totensonntag“ überrascht dann wirklich! Ein gekonntes Wechselspiel zwischen ruhig-klassischen und laut-metallischen Sounds macht den Titel zu einem richtigen Lichtblick dieses Albums. Perfekt aufeinander abgestimmte Instrumente und Stimmen und eine Bridge im Song, die an Beethoven auf E-Gitarre erinnert. SO habe ich mir Renaissance-Metal vorgestellt. Auch „Alte Mühle“, ein schnelles Stück mit brechenden Gitarren und Drum-Riffs, kann überzeugen. Sehr experimentelle Flöten und Geigenparts und ein Rhythmus, der ins Bein geht, machen „Alte Mühle“ zu einem weiteren Höhepunkt des Albums „Totensonntag“. „Blutrote Segel“ lässt dann mit seiner rein akustischen Melancholie das Klischee der Renaissance-Romantik auferstehen. Funktioniert an der Stelle des Albums ganz gut als Ohrenentspanner, und beweist dem Zuhörer das musikalische Können der Spielleute von CUMULO NIMBUS. „Irrfahrt“ schafft dann auch relativ gekonnt eine Brücke zum Titel „Flüssiges Gold“. Der Titel verkörpert mit seinem recht einfältigen und einfachen Refrain zwar eine gewisse Eingängigkeit, doch hat es eher den Charakter eines auf Ballermann getrimmten Trinkliedes. Die letzten 3 Titel das Album „Totensonntag“ bieten dann auch keine großartigen Überraschungen, einzig der Titel „Erbarmen“ lässt einen dann nochmal aufhorchen. Aus einer akustischen Melancholie entwickelt sich zunehmend ein gewitterartiger schneller Titel zum mitwippen. FAZIT: CUMULO NIMBUS haben mit dem Album „Totensonntag“ sicherlich nicht das musikalische Rad neu erfunden. Doch bietet es einige durchaus hörbare und erlebnisreiche Höhepunkte und reiht sich damit ganz gut in die Riege der „metallisierten Spielleute“ wie SCHANDMAUL oder SUBWAY TO SALLY ein. CUMULO NIMBUS haben sicherlich genug Entwicklungspotential, in Zukunft weiter auf sich aufmerksam zu machen. Der Dank gilt unserem Gast-Rezensenten Michael Bredohl.

Michael Bredohl