Rezension "Totensonntag"

von amboss-mag

Die sechsköpfige Band aus Landsberg bezeichnet ihren Folk-Goth-Metal also als Renaissance Metal. Geboten bekommt man Metall Riffs, welche geschickt mit mittelterlichen Instrumenten wie Flöte, Violine oder Laute verbunden werden. Textlich bewegt man sich im Dickicht von Sex, Drugs and Rock'n'roll. Sänger Mathis macht das beste aus seinen Qualitäten, er singt besonders den Konsonanten R sehr akzentuiert. Das Ganze ist sehr überschaubar und enthält kaum überraschende Momente, auch die progressiven Saitenhiebe bleiben eher unterschwellig. Das Gesamtbild ist purer Spass, Scheiss auf politische Korrrrektheit, hier wird zum Tanze aufgefordert, hier wird des Öfteren dem Getrank gehuldigt ( "Flüssig Gold") oder den Dingen, welche man mit dem Weibe so alles anstellen kann. Musikalisch kann man durchaus eine chaotische, leicht anarchistische Balance zur Eingängigkeit manifestieren. Teilweise ist es doch ein recht wildes Einerlei aus brachialen E-Gitarren und betörenden Klassik-Instrumenten. Dazwischen immer wieder eingestreut eine Piraten-Romantik, so auch im Balladesken Ruhepol des Albums- "Blutrote Segel". Aber auch die explosiv-knallenden Songs wie "Knochenmann" , "Irrfahrt" oder "Stadt unter Wasser" gehen in diese Richtung. Der Band gelingt es schon eine eigene Identität zu formen, allerdings ist mir das Songwriting ein wenig zu schräg, zu oft regiert hier ein Krach, der vehement das einzelne Instrument runterspült. In ruhigen Passagen harmoniert der Metal perfekt mit der Historie. Ansonsten könnten die weiblichen Stimmen etwas öfter in die Szenerie dringen und auch mal einen galanten Chor formen. Zwar ist dieses Album mehr als Stückwerk, aber ist erklingt alles andere als ausgereift, bzw. die Qualität der Band wurde nicht ausgereizt.

andreas