Rezension "Totensonntag"

von Metalmessage

Mehr als eine typische Mittelalter Metal-Band wollten sie ohnehin seit jeher sein, und auch das neue Studioalbum zeugt vom großen Bemühen um Ungewöhnlichkeit. Gegründet wurde der fidele Trupp im Jahr 2000, und mit der Zeit machten sich die Landsberger Enthusiasten auch überregional einen beliebten Namen. „Totensonntag” fällt primär durch eine überdurchschnittliche Vielzahl an verbauten Ideen aus, welche von der beteiligten Instrumentalsektion nach Kräften reproduziert werden. Und was die musikalischen Einflüsse anbelangt, die scheinen bei den Renaissance-Liebhabern Cumulo Nimbus wirklich zahlreicher als ein großer Eichenbaum Blätter hat. Mittelalterlich robust geschmiedeter Hartstahl trifft hier auf lustvoll verspielte Arrangements, recht schwere Groove-Parts schlagen zuweilen in furios getaktete Thrash-Attacken über und satt rockende nebst epischen Passagen schlagen immer mal wieder in eher besinnliche beziehungsweise balladeske Anklänge über. Spieltechnisch geht diese Scheibe vollkommen in Ordnung, doch mir persönlich erscheinen die Lieder auf „Totensonntag” selbst nach mehrmaligen Hördurchgängen überwiegend doch noch zu sperrig und viel zu wenig eingängig. Der nicht selten bewusst verschroben angelegte Mix des eigenwilligen Sextetts beinhaltet neben genretypischen Schwermetallklangbildern auch diverses altertümliches Instrumentarium wie beispielsweise Mandoline, Krummhorn, Laute, Flöte und eine Violine. Letztere wird von einer Lady namens Doro verwöhnt, welche wiederum neben der Stimme von Flötistin Carolynn auch ganz gerne Gesänge beisteuert. Der Folkloreanteil auf dem Album agiert zumeist als stilvoll konturierendes Beiwerk, doch zuweilen bieten die Landsberger auch reine Akustikintermezzi.

Markus Eck